Mein Weihnachtswunder

Mein Name ist G. Ich verrate ihn dir nicht, damit du selbst deinen Lieblingsnamen der mit G anfängt, einsetzen kannst. Na ja, und ein bisschen Rätselspaß darf heute ja auch sein, gelt?

Meine Lebensgeschichte begann in einem Land, das Sebien genannt wird auf den Landkarten und in der Welt. Mir persönlich ist das damals, als ich in einem dunklen Winkel irgendwo in einer Scheune geboren worden bin, nicht klar gewesen. Wie denn auch als kleines Bündel ... Meinen Papa habe ich leider nie kennen gelernt. Später erzählten mir Leute, dass er auf diversen Landstraßen gesehen worden ist, und im Winter sah man meinen Vater manchmal hinter den Müllcontainern dösen. Meine Mama durfte ich nur ganz kurz spüren, vielleicht eine Stunde oder zwei nach meiner Geburt, dann wurde sie einfach weggebracht ... ich weiß nicht, wohin ... so  blieb ich alleine mit zwei Geschwistern zurück, die ich - t`schuldige, muss kurz nachdenken - bestimmt schon drei Jahre nicht mehr gesehen habe. Mein Leben begann also ziemlich unsicher und finster und allein - trotzdem habe ich nie meine Hoffnung verloren, dass es eines Tages auch für mich ein Wunder gibt! Und ...

 

WIRKLICH! Aber ich möchte dir lieber die ganze Geschichte erzählen, weil heute Weihnachten ist! Meine ersten Jahre in Serbien waren trostlos und ziemlich traurig ohne Eltern und Geschwister. Und ich musste oft meine allerletzten Kraftreserven mobilisieren, um meinen Hunger wenigstens ein bisschen zu beruhigen. Ich habe gelernt, dass auch Papierschnipsel den Magen füllen können, wenn gar nichts anderes da ist. Auch Eierschalen mit Salatresten können ziemlich lecker schmecken, es kommt ja wirklich immer nur auf die persönliche Einstellung an, sagt Christa Kössner, und auf das, was wir aus dem Vorhandenen machen! Kurzum ist es mir tatsächlich gelungen, mich alleine durchzubringen über alle die Jahre, und darauf bin ich schon ein bisschen stolz! Aber ich war auch manchmal sehr, sehr traurig. Und zwar deswegen, weil ich oft mit bösen Menschen zusammen traf,. Obwohl ich überhaupt nie etwas Verbotenes getan hatte, wurde ich mit lautem Geschimpfe verjagt und mit schweren Fußtritten bedacht. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Meine Schmerzen und Wunden am Rücken und an meinem linken Bein waren schon so arg, dass es ein Wunder brauchte. Ein Wunder für mich, denn ganz hinten in meinem Herzplatzerl wohnte trotz des Leides immer noch meine Hoffnung! Ich hatte sie niemals aufgegeben.

 

Das Wunder kam zu mir druch R. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich ganz lange mit dem Auto fahren, weil R in einem friedlichen Land wohnt, das Österreich heißt. Nach vielen Stunden in einer Box hoben mich zwei Hände heraus ... zum ersten Mal waren diese Hände sanft! Ich konnte es kaum glauben und war so aufgeregt, dass mein Körper ganz steif wurde. Ich konnte tatsächlich keinen einzigen Schritt machen! Und wenn ich es doch versuchte ... knickte ich ein. Dann hielt mir R eine kleine Schüssel mit Suppe und Eidotter vor die Nase. Wow!! War das ein Duft!  War das köstlich! War das super! Eine echte Mahlzeit nur für mich! Danke lieber Gott, danke R! Und - stellt euch das mal vor - R nahm mich als Ganzes auf, zu ihr ins Haus, in ein echtes, großes, warmes, weiches Bettkörbchen, in das mindestens drei von meiner Sorte passen würden ... aber es ist wirklich und wahrlich NUR FÜR MICH!!

 

In meiner Zeit bei R habe ich inzwischen einiges gelernt. Gott sei Dank, denn ich möchte R auch eine Freude machen und mein inniges, großes Danke zeigen für das Wunder, das jetzt mein Zuhause ist. Ach ja, damit ich`s nicht vergesse: Zu meinen Lieblingsspeisen gehören inzwischen auch Bananen! Es vergeht ja kaum ein Tag, wo ich nichts Neues zu kosten bekomme. Ist das schön!!!!!

Ich wünsche euch jetzt gesegnete Weihnachten

und wünsche mir für euch,

dass ihr immer an Wunder glaubt!

Auch dann, wenn es mal kürzer oder länger nicht danach aussieht.

Ihr seid alle immer in Gottes liebevollen Händen.

Danke Roswitha. In Liebe von deiner Gipsy.

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Kommentare: 2
  • #1

    Roswitha Rhomberg (Samstag, 24 Dezember 2016 18:45)

    ... was sollen wir dazu noch sagen am WeihNachtsAbend, einem der letzten Tage des Jahres 9 und am Beginn der Rauhnächte ??? ... Danke Leben und danke LIebe, Christa, daß wir beide in einem von den vielen Wundern Hauptakteure sein dürfen in Deiner HerzplatzerlG´schichte ... Roswitha und Gipsy

  • #2

    Christa Saitz (Dienstag, 27 Dezember 2016 16:54)

    Danke für diese herzergreifende Geschichte! Wie schön, dass es immer wieder Menschen wie Roswitha und dich gibt, die die Augen nicht verschließen vor dem Leid der Tiere. Ich überlege gerade und wünsche es mir, einem Kätzchen ein liebevolles Zuhause zu anzubieten. Darf ich Roswitha einen kleinen Beitrag für Gipsy überweisen? Sie möge mir bitte ihre Kontonummer schicken!