Was zu mir gehört ...

... kann ich nicht verlieren.

Was kein Teil von mir ist, das kann ich nicht halten ...

selbst bei größter Anstrengung nicht.

 

Ein relativ unbedeutender Zeitungsartikel veranlasst mich heute zu dieser Geschichte. Viele von euch werden das Wunder vielleicht schon mitbekommen haben, trotzdem möchte ich ein paar Worte dazu sagen.

 

Ein Spanier verlor vor 37 Jahren beim Tauchen seinen Ehering, wenige Monate nach der Hochzeit. Und jetzt - nach fast vier Jahrzehnten! - fand ein Taucherin das Schmuckstück mit dem eingravierten Datum 17.02.19179 und veröffentlichte das Foto in den sozialen Netzwerken, wo der Spanier prompt seinen Ring erkannte und ihn daraufhin zurück bekam.

 

 

 

 

Was für eine wunderbare Geschichte! Sie bestätigt meinen tiefen Glauben, dass alles, was wirklich ZU MIR gehört, bei mir ist oder wie oben erzählt, nach einer Zeitspanne, die sich aus rational unerklärlichen Gründen ergibt, wieder zu mir zurück kommt. Alle, die meine Autobiografie "Mein Göttliches Kind" gelesen haben, können sich bestimmt an die ziemlich ähnliche Begebenheit mit dem verlorernen Ring meines Sohnes Thomas erinnern. Auch er fand das geliebte Erinnerungsstück an seinen Großvater nach 3 Wochen wieder im Fließwasser der Donau inmitten glitschiger Kieselsteine in 3 Meter Tiefe! Einfach so - ohne den Ring bewusst gesucht zu haben ...

 

Was wirklich zu mir gehört, kann ich also nicht verlieren. Bleibt die Frage offen, was denn WIRKLICH zu mir gehört? Oder können wir uns diese Selbstbefragung gar ersparen? Ich denke, wer den Satz der heutigen Titelzeile verinnerlicht hat, der weiß, dass er jegliches Bemühen, jegliches Festhalten an Dingen und/oder Personen ad acta legen kann. Das Leben wird damit enorm leichter und schlussendlich ganz leicht und fließend, so wie es sein soll! Klammern ... verkrampfen ... kämpfen um irgend etwas, das nur scheinbar so wichtig ist ...fällt weg und die vormals damit verbrauchte Lebensenergie kann anders - fruchtbringend - eingesetzt werden!

 

Erst vor kurzem sprach mich eine ältere Frau im nahen Aupark an. Sie erzählte mir, dass sie sich mit ihrem Mann entschlossen hat, das große Eigentumshaus samt Riesengarten zu verkaufen. Jetzt sei sie beim Ausmustern der Kästen. Lauter teure Sachen wohlgemerkt, die im neuen, wesentlich kleineren Domizil keinen Platz mehr hätten. Sie bot mir einen Mantel an, Marke sowieso, auf jeden Fall in der Modebranche ein wohlklingender Name, der mir, so nebenbei erwähnt, so was von egal ist. Sie jammerte um die wertvollen Kleidungsstücke, die allesamt 20 oder wesentlich älter waren ... und musste sie immer noch festhalten. Facit: Anstatt sich auf die neue Wohnung zu freuen, verbrauchte die Dame ihre Energie, ihre Vorfreude, ihrer Lust auf den neuen Lebensabschnitt für etwas, das nicht mehr wirklich zu ihr gehörte. Ja gut, gegen EIN Lieblingsstück ist ja nichts einzuwenden, finde ich. Wie sich jedoch während des kurzen Gesprächs herausstellte, hatte sie fünf Markenmäntel abzugeben ... und diese Tatsache stürzte die Frau in absolute Verzweiflung.

 

Noch gravierender wirkt sich meiner Ansicht nach der heutige Titelsatz im zwischenmenschlichen Bereich aus. Wenn ich weiß und es für mich als wahr anerkenne, dass ich niemanden "verlieren" kann, der wirklich zu mir gehört ... stellt sich heraus, dass sich auch Liebesbeziehungen, Partnerschaften und Freundschaften luftig und leicht anfühlen, weil jegliches Kontrollieren des oder der anderen wegfällt. Geschieht ein Vertrauensbruch, Untreue oder sonst etwas Schlimmes ... habe ich immer die Wahl, zu bleiben oder zu gehen - je nachdem, wie ich imstande bin, damit umzugehen. Was jedoch tatsächlich wegfällt - wenn ich weiß, dass ich niemanden verlieren kann, der wirklich zu mir gehört - ist das persönliche "Verbiegen" (Na ja, ich werde es schon irgendwie ertragen), ist der persönliche "Verzicht" auf eine glückliche Beziehung (Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach)  und das "Nachlaufen" und Kontrollieren der anderen Person (Wo ist der/die so lange? Mit wem trifft er/sie sich? Was macht er/sie mit seinem Geld?) und so weiter und so fort.

 

Das Leben ist Veränderung. Nichts währt ewig, Was noch vor zehn oder zwanzig Jahren ZU MIR gehört hatte, ist vielleicht heute schon längst aus meinem Umfeld verschwunden - und zwar von selbst, ohne Mühe, ohne Anstrengung. Ich weiß, dass dies von oben und vom Leben selbst für mich so gesteuert ist. Ich bin dankbar dafür, weil ich damit im Fluss des Lebens bleibe, der immer wieder Überraschungen für mich bereit hält!

 

Schlusswort: Was wirklich zu mir gehört ... das IST jetzt bei mir. Und nicht irgendwo anders.

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Mary Eichler- Bilek (Freitag, 16 September 2016 13:59)

    Oh liebe Christa- du sprichst aus meinem Herzen!
    Mein Lebensweg hat oft grosse Veränderungen erfordert- viel Liebgewonnenes durfte gehen und oft im damaligen Moment voller emotionalem Schmerz losgelassen werden. Nicht immer ging es ohne Angst, Tränen, Widerstand. Menschen, Berufsbilder, Orte, Wohnstätten, Beziehungen kamen- und gingen. Heute im Rückblick erkenne ich dankbar und froh, dass ALLES immer und ausschliesslich dem Guten diente. Dem Wachstum. Dem Urvertrauen ins Leben. Der Leichtigkeit. Das Leben IST in ständiger Bewegung und wer sich dem Fluss anvertraut, wird immer zu guten neuen Ufern getragen werden!
    Heute sage ich aus tiefstem Herzen: ALLE ist GUT. Ich BIN ein glücklich- geführtes göttlich verbundenes Wesen. Wer auf Gott baut und vertraut der hat sein "Haus" auf Fels gebaut.
    Im INNEREN liegt unsere dauerhafte Sicherheit. Dann darf das Leben im Aussen frei fliessen- und wir MIT IHM!
    Danke für diese Herzenserinnerung!
    In liebevoller Verbundenheit, deine Mary

  • #2

    Manuela Immler (Freitag, 16 September 2016 14:27)

    Ein toller Artikel!!
    Mehr ist nicht zu sagen, außer: würden wir es nicht spüren oder sogar wissen, wenn wir UNS selbst wirklich zuhören würden??
    Alles Liebe, Manuela

  • #3

    Christine (Freitag, 16 September 2016 16:10)

    Liebe Christa, ein wirklich großartiger Beitrag! Wie oft vergessen wir doch auf diesen so einfachen Schlusssatz.
    Immer dann, wenn ich grade wieder glaube, etwas haben oder halten zu wollen oder etwas vermisse, dann sag ich mir einfach:
    Es ist immer alles da, was ich brauche. Und ist es jetzt nicht da, dann brauch ich es auch nicht.
    Danke für diese so wichtige Erinnerung an den Fluss des Lebens.
    Alles Liebe - Christine

  • #4

    Roswitha Rhomberg (Samstag, 17 September 2016 17:57)

    Hallo liebe Christa! ... war und ist immer wieder ein Beruhigungssatz zur Anbindung an die innere Ruhe, zum Gespräch mit Freundin Seele und dem göttlichen Funken in mir. ... manchmal ist es auch so, daß ich immer wieder zu mehr Entspanntheit zurückfließe mit diesem deinem Satz, wenn starke Herausforderungen an mich herantreten, die ich so noch nie vorher kennenlernte und daher auch auf das altgewohnte weder zurückgreifen kann noch möchte, wie was zu sein hat, ... ja dann kann ich damit das unbekannte auf der noch weißen Landkarte des Wandels begrüßen und erstaunt seine oftmals Absurdität sogar genießen, wenn ich mich darin wiedererkenne. Echt spannend, wie`s zugeht auf der inneren und dadurch auf der äußeren Lebensbühne und das alles FÜR uns Alle. Ein schöner Ableger dieses Satzes ist auch die Gewißheit, daß nichts je verlorengeht, sondern nur seine Form ändert. Herzensgrüße von tierherzuherz Roswitha samt tierischen Anhang ...