Mein Lieblingsplatzerl ...

Einfach die Lust zu schreiben ließ mich jetzt meinen großen, alten PC hochfahren. Vielleicht kam diese Lust gar nicht so plötzlich, wie ich vorhin glaubte ... weil es sich doch hier um keinen Blog im üblichen Sinn handelt, sondern um einen meiner Lieblingsplätze ... und damit um eine Geschichte der ganz besondern Art, die ich gerne mit euch teilen möchte. Diese meine Geschichte begann vor einigen Jahren, als ich auf der Suche nach einem gemütlichen Kaffeehaus in meiner Umgebung war. Es sollte ein Ort für mich sein, an dem ich inmitten angenehmer Menschen Zeitung lesen und eine Melange genießen kann. Wo Musik im Hintergrund zu hören ist - im Idealfall angenehme Ohrwürmer - wo das Personal trotz Stress freundlich bleibt und wo ich natürlich auch neue Leute kennenlernen kann, denn dafür bin ich immer offen!

 

Einige Jahre, seit ich hier in der Nähe der Neuen Donau wohne, verteilten sich meine Kaffeehausbesuche auf drei, vier Lokale, ohne dass sich eines als Favorit heraus kristallisiert hätte. Diese Tatsache änderte sich vor ungefähr einem Jahr ... gezwungenermaßen sozusagen, oder besser ausgedrückt -> ganz sicher von oben geführt! Eines der vier Lokale sperrte nämlich ganz zu. Beim zweiten klemmte immer wieder die WC-Tür - zum aus der Haut fahren, wenn man dringend muss! Und im dritten Lokal sammelte sich immer häufiger eine Männergruppe zum Bier am Vormittag, wobei ein Herr dieser Gruppe einen sehr alten Pudelmischling zu seinen Füßen liegen hatte, der jedesmal gottsjämmerlich jaulte! Nicht zum Aushalten für mich, trotz Protest dem Hundehalter gegenüber! Fast hätte ich mir deswegen eine Watschn  eingehandelt ...

 

Seit vielen Jahren achte ich auf Zeichen! Und ich verstehe sie auch. Deswegen war es für mich leicht und sonnenklar, dass nur noch EIN Lokal für mich das Beste sein musste (!), das vierte nämlich. Ich bin so dankbar, immer noch jeden Tag, dass ich mich auf äußere Zeichen, selbst auf die kleinsten Spiegelbilder verlassen kann - hundertprozentig! Innerhalb eines Jahres wuchs ich dann in mein Lieblingskaffeehaus hinein. Das klingt ein bisschen komisch, doch empfinde ich dieses langsame, gute, friedvolle Kontakt aufnehmen über Monate wirklich so. Was einst für mich an einem kleinen Tisch mit der Zeitung in Händen begonnen hatte, ist mittlerweile so etwas Ähnliches wie "nach Hause kommen", zur "Familie kommen" geworden, Zeit zu entspannen, zu plaudern, abzuschalten ... wie auch immer es sich ergibt. Doch IMMER ist es Freude und Wärme, die mich dort umhüllt!

 

Die Namen der Gäste sind dort nicht wichtig. Welchen Beruf sie haben, oder ob sie in Pension sind, ist auch nicht wichtig. Das Alter ist ebnso nicht wichtig, auch nicht das Aussehen. Wichtig ist etwas ganz anderes, das nichts kostet und über das wir alle im Überfluss verfügen! Ein freundliches Lächeln, ein fröhliches "Hallo", ein stummes Zunicken oder ein lustiges Augenzuzwinkern! DAS halte ich für wichtig, ja für sehr wichtig sogar! DAS schafft Verbindung, ohne viel Aufhebens und ohne g´scheiter Worte.

 

Zu guter Letzt möchte ich noch etwas Ausschlag gebendes erwähnen, das mein Herzplatzerl jedesmal jubeln lässt, wenn ich in meinem Lieblingskaffeehaus bin: Da sitzt zum Beispiel die wunderhübsche Maja mit ihren 65 kg und wedelt mir zu, daneben der Charly, ein Beaglemann auf dem Bauch liegend. Weiter vorne Picasso, ein ganz großer, weißer Flauschi! Und - mein Ferdinand, ein brauner Mischling, der seine Schnauze auf meinen Schoß legt und sich kraulen lässt. Tierliebe pur an meinem Lieblingsplatzerl! Und alle Zwei- und Vierbeiner vertragen sich. Da gibt es keine Rangkämpfe, kein Machogehabe, keine Revierverteidigung ... dort gibt es nur Liebe ... Danke mein Segafredo!

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Roswitha Rhomberg (Dienstag, 24 Mai 2016 19:35)

    Hallo liebe Christa!
    ... danke immer wieder für solche "FührungsHinweise" zu Liebelingsplatzerln, ... auf daß wir alle immer heftiger danach Ausschau halten und Vertrauen in "Segafredo-Anziehungs- Herz- und WuffKräfte-Resonanz" entwickeln ... von tierherzuherz Roswitha samt tier.Anhang

  • #2

    Christine Gregsammer (Dienstag, 24 Mai 2016 19:46)

    Wie schön, eine so positive Meldung im PC Lesen zu dürfen! Wie heißt es so schön: "Wer suchet der findet!" Glg. Christine

  • #3

    Margit (Dienstag, 24 Mai 2016 21:54)

    Schön erzählt, man kann sich das gut vorstellen. Auch ich vertraue immer mehr meinem Bauchgefühl und meiner Intuition und stelle fest dass ich damit gut geführt bin. Danke für den netten Bericht!

  • #4

    Christine (Mittwoch, 25 Mai 2016 17:21)

    Mit einem Wort: Ein zweites Zuhause für dich, liebe Christa! Was gibt es schöneres... So wie du das schilderst, kann ich gut verstehen, warum du dich dort so "pudel-"wohl fühlst (obwohl gar kein Pudel in deiner Geschichte vorkommt ;-)
    Alles Liebe - Christine