Fleischerianer! Cool ...

Bauer Vinzenz folgte dem aktuellen Trend der Zeit und wurde überzeugter Fleischerianer. Bewusst dieser Tatsache folgend kam es auf dem Bauernhof zu allerlei kleinen und großen Veränderungen. Am meisten Arbeit war es für Bauer Vinzenz, das saftig grüne Gras auf der Weide zu entfernen, wo seine zwei Milchkühe Mitzi und Bella über Jahre hinweg sehr glücklich gewesen waren. Dieser Aufwand hätte natürlich nicht sein müssen … doch Bauer Vinzenz war der absolut strikten Überzeugung: „Ich bin ab jetzt nur noch Fleischerianer und deswegen bekommen auch Mitzi und Bella nur noch Fleisch. So ist es und Punkt.“ Nach mühsamem Ausgraben der Grasbüschel und Almblumen entstand an selbiger Stelle eine beachtlich saubere Betonplatte für Mitzi und Bella, die sich heute einmal mehr über die neue Situation unterhalten:

 

 

Wie geht`s dir Mitzi? Hast dich schon an den Hühnerbrei gewöhnt, den wir seit Wochen fressen müssen? Neeeiiiin … ich finde ihn scheußlich! Aber was bleibt den übrig, wenn der Magen knurrt! Mir geht`s genauso und ich bin sehr traurig darüber … Ich bringe das Zeug nur hinunter, wenn ich die Augen schließe und saftige Weiden von früher visualisiere. Dann habe ich den Duft von frischem Gras in der Nase und träume vor mich hin … Aber wir sind doch Pflanzenfresser! Wieso dieser ganze Aufwand?! Tja, der Mensch ist die Krone der Schöpfung und hat das Sagen … Das verstehe ich nicht! Unser Bauer soll getrost Fleischerianer sein, wenn er will. Aber er kann doch nicht … er darf doch nicht … uns begeisterte Gras- und Heufresser zu Fleischerianern umerziehen? Oder? Darf er das? Beruhige dich Mitzi. Aufregung steht nicht dafür. Du kannst damit keinen einzigen saftigen Grashalm in unser Leben zurück holen … der Bauer hat das Sagen und nicht wir. Der Bauer bestimmt und nicht wir. Aber …hat uns nicht der liebe Gott zu Pflanzenfressern gemacht? Der hat sich dabei doch sicher etwas gedacht! Das glaube ich auch Mitzi. Der liebe Gott hat uns doch in sein allmächtiges Herz geschlossen, auch jetzt! Warum schreitet er dann nicht ein? Warum holt er uns nicht von dieser Betonplatte herunter? Warum hilft er uns nicht?

 

 

 

Das Zwiegespräch wird jäh unterbrochen, weil Bauer Vinzenz soeben die letzten Kübel voll Heumilch ausleert. Überbleibsel aus früheren Zeiten … endlich entsorgt. Schließlich möchte Bauer Vinzenz seiner neuen Überzeugung auf allen Ebenen gerecht werden. Demnach bitte keine Produkte, die irgendwie auch nur im Geringsten mit Pflanzen zu tun haben!

 

 

 

So Mitzi, plaudern wir weiter, wenn du magst. Tja, warum hilft uns der liebe Gott nicht … gute Frage. Vielleicht hilft beten? Was meinst Bella?

 

 

 

Genau in diesem Moment hören Mitzi und Bella eine gütige Stimme von oben: „Meine Vertreter auf Erden sind die Menschen. Ich gab jedem einzelnen die Macht der freien Entscheidung und damit auch das Privileg, die Konsequenzen seiner Entscheidungen tragen zu müssen.“

 

 

 

Verstehst du Bella, was der liebe Gott damit meint? Er meint, dass Bauer Vinzenz Fleischerianer sein darf, wenn er will und dass er auch bestimmen kann, ob wir Schnitzel oder Heu fressen. Aha. Und wie schaut`s mit den Konsequenzen aus, von denen der liebe Gott gesprochen hat? Die muss unser Bauer tragen. Und wir zwei? Was wird aus uns mit Fleisch im Bauch und Mittagsschläfchen auf kalter Betonplatte?

 

 

 

Wieder spricht der liebe Gott: „Ihr seid immer in meinen liebevollen unsichtbaren Händen geborgen. Und wenn ihr nach geraumer Zeit als ungewollte Fleischerianer zu mir ins Paradies kommt … dann gibt es Berge von Gras und Heu und Wiesenblumen nur für euch! VERSPROCHEN!“

 

 

 

 

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Doris Smekal (Montag, 07 März 2016 11:10)

    Bei aller Traurigkeit für Mitzi und Bella und den Verlust der saftigen Wiesen: vielleicht sollten sie den lieben Gott bitten, anstatt zu "muhen" den Bauer mit einem "Kickeriki" zu begrüßen und das eine oder andere Ei zu legen - das könnte eventuell sein Tun ändern!

  • #2

    Doris Smekal (Montag, 07 März 2016 20:22)

    Ich sollte wissen, dass die Beiträge von Christa immer einen tieferen Sinn haben. Ich gebe zu, ich habe ihn zu oberflächlich gelesen!
    Ich bin davon überzeugt, dass der liebe Gott den Hunden und Katzen ihre Kauknochen und Knabberli von Herzen gönnt, so wie er den Herrchen und Frauchen die freie Entscheidung lässt, ein Fleischianer oder eine Veganerin zu sein!
    Alles Liebe - Doris

  • #3

    Sonja (Montag, 07 März 2016 20:33)

    Tja ja. ..

  • #4

    Christa Maly-Zach (Montag, 07 März 2016 21:58)

    Wir sind immer geborgen, in Gottes unsichtbaren Händen. Oder wie habe ich vor kurzem gelesen: "Der Mensch dachte und Gott lachte."
    Mit viel Gottvertrauen, Christa

  • #5

    einfachChrista (Dienstag, 08 März 2016 00:21)

    Danke für eure Kommentare, Doris, Sonja und Christa.
    Vielleicht wäre das, was ich mit dieser Geschichte ausdrücken wollte, für meine LeserInnen verständlicher gewesen ... wenn der Titel gelautet hätte:
    Fleischerianer durch und durch - das andere Extrem - erzählt von zwei betroffenen Grasfressern (!), die nur noch Hühnerklein oder Faschiertes zu Fressen bekommen, weil Mensch das so will ...
    Ich bin mir der Verantwortung und auch der Gnade bewusst, in völliger Freiheit jede Art von Entscheidungen treffen zu können. Ich würde mir jedoch niemals anmaßen, meine Überzeugungen Tieren aufzubürden und deswegen halte ich nichts von Extremen jeglicher Art, die aus Kühen Fleischfresser machen ...

  • #6

    Christine (Dienstag, 08 März 2016 18:23)

    Wir haben immer eine Wahl, aber die Tiere nur zum Teil. Nicht jedes Tier zählt zu den Allesfressern - und selbst dann wäre die Frage, ob ihnen extreme Einseitigkeit auf Dauer bekommen würde.
    Gottes Tiergarten ist eben Arten reich - und so sollte auch die Ernährung sein, für alle Lebewesen.
    alles Liebe - Christine

  • #7

    Roswitha Rhomberg (Donnerstag, 10 März 2016 12:07)

    Ja endlich - Jetzt aber! ... hab mir und dem "Fleischerianer" Zeit gegeben, genug Zeit in der Neuen Zeit, genug Zeit aber auch, um die Zeit selbst dahingehend zu ehren, daß altes, was nicht mehr im Einklang mit mir ist - Jetzt gehen darf, um der Neuen Auferstehung meines HerzSelbstes Platz einzuräumen - Beobachter Sein im EinsSein mit allem, was ist.

    ... und so entschließe ich mich, darauf mit einer G´schichte zu antworten, die das Leben am letzten Tag des Jahres 2015 mit mir schrieb., wo mich der Wald lehrte, daß es keine Trennung gibt zwischen ihm und mir ...
    Wald Ich bin Du!

    Unendlich oft schon hatte mir Freund Wald Antworten zugesäuselt, wenn ich Fragen stellte wie „Wie geht`s denn bloß weiter“. Immer erfüllten mich seine Antworten auch gleichzeitig mit dem nötigen Mut und Können, um seinem Rat auch zu folgen.

    Da war doch der Baum, den ich neulich – als ich wieder mal im althergebräuchlichen Verstandessumpf feststeckte – fragte: „Und, was machst du da Jetzt?“ …
    … „Ich“ so hörte ich ihn mit voller Kraft sagen, „ich, ich steh hier und bin ein Baum! – noch Fragen?“

    Wenn ich Probleme von einer Seite zur anderen wälzte, daß meine Knochen schon schmerzhaft zu blockieren begannen, ging ich zu ihm, meinem Freund, den Wald. Mit vielen seiner Äste führte er dann vor mir eine Art Espentanz auf, grinste und schielte und die Rinde nahm lustige Gesichtsformen an, … sodaß alle meine Wälzprobleme wie weggeblasen waren und wir zusammen wieder lachen konnten.

    Von Zeit zu Zeit kam es aber auch vor, daß ich ihm zurückgeben konnte, was er mir so oft schenkte. Dann nämlich, wenn menschenartige - ihres Zeichens so wie ich – ihn mit ihren Werkzeugen wie Sägen und Hacken, stark verletzten und er weinte über ihre Bewußtlosigkeit ihm gegenüber. Duftende Harztränen kullerten dann seinen Stamm hinunter, wie sonst meine Tränen aus meinen Augen.

    In solchen Augenblicken konnte dann „ICH da Sein, da stehen, Mensch Sein“, ihm mein Hande auf die Wunde legen, ihn umarmen und meine Liebe in ihn hineinfließen lassen als meine Gabe.

    „Wald Ich bin Du!“

    … direkt vor mir schwebte es hernieder und zielgenau vor meine Füße – das letzte Blatt eines schon kahlen Baumes in Freund Wald. Es war klein und irgendwie welkig geformt schon von der vergangenen Zeit, wo es in seinem besten Grün seinen Baum unterhalten hatte.

    Es sah für mich aus wie eine alte vergilbte Seite aus einem kostbaren Buch, dem Buch meines Lebens und daß wir uns beide heute gefunden hatten zur gemeinsamen Feier am vorletzten Tag des Jahres mit der Zahl 8 (2+0+1+5), das ließ mich mich mit allem eins fühlen.

    „Wald Ich bin Du!“

    Obzwar schon oft, wenn ich morgens mit meinem Hundemädel Luna durch unseren Zauberwald spazierte, fühlte ich diese Einheit … wenn ich ihn umarmte, Freund Wald, … wenn ich meine Hände auf dem Weg auf Mutter Erde legte, um ihr zu danken, … wenn ein alter Ast ächzte, um mich auf seine Art aufmerksam werden zu lassen, … die Donau neben mir mein Weh mitfort fließen ließ, … oder Raben vor mir freudig in den Zweigen herumgaukelten, um mich in die Anderswelt mitzunehmen für einen kurzen Augenblick.

    Aber heute war alles noch verdichtender in mir, als ich das Blatt aufhob. Meine ganze bisherige Lebensgeschichte rollte vor mir ab und ich bekam gleichzeitig einen UrVertrauensschub von oben geliefert, während ich die nächsten Seiten – Vergangenheit und Zukunft - alles in der Jetzt-Form geschrieben - wahr-nehmen durfte. …“Welch ein Geschenk für mich, Freund Wald“, tonierte es in mir. …

    Noch ehe ich mit ihm in eine Herzredeverbindung eintreten konnte, brachte mich Luna an der 10mLeine auch schon mit einem unsanften Ruck ins nächste Jetzt.

    Und sie zog und zog an mir, bis ich ihr durch genauso ruckartiges Stehenbleiben vermitteln wollte „Hallo, ich dein Mensch hänge an dir und dreh dich doch mal um, um zu sehen wie`s mir geht“. … „Wozu“, grinste sie zähnelächelnd in meine Richtung, „geh doch einfach schneller, dann kannst du mit mir gemeinsam auf einer Augenhöhe durch Wald und Leben laufen und weil wir dann schneller sind als der Wind, blasen sich auch alle unguten Gedanken mit weg und du behinderst dich nicht selbst damit“.

    „OK“, das war eindeutig und alles ging Jetzt wirklich so schnell, daß ich ihr nur noch nebenbei Recht geben konnte – meiner weisen LunaHundeFrau, während wir Seite an Seite durch unseren Freund Wald flogen.

    Namaste liebe Christa und schön, daß du da bist ... Grüße von tierherzuherz Roswitha