SERIE "Von Vertrauen und Wundern in meinem Leben" Nr. 3 - Ein Ruderboot auf Lanzarote

Spirituelle Zusammenhänge, Psychologie und alles, was mit dem Funktionieren des Lebens an sich zusammen hängt, faszinierte mich schon seit meinen Jugendjahren. Besonders das analoge, senkrechte Weltbild hatte es mir angetan nachdem ich das Buch von Thorwald Detlefson gelesen hatte. Anfang zwanzig war ich damals. Dann folgten Jahre, in denen ich meine Faszination, dieses Thema betreffend, verdrängen musste. Wie du in der vorigen Geschichte lesen konntest, blieb mir keine Zeit, um mich damit näher beschäftigen zu können.

 

Als schließlich mein Sohn zu einem ziemlich selbständigen Siebzehnjährigen heran gewachsen war, ergab sich zu meiner Freude wieder mehr Zeit für mich selbst und diese nützte ich für Weiterbildung in mentalen Bereich. Zum ersten Mal hörte ich in den Seminaren, die ich so zwei, drei Mal pro Jahr besuchte, dass meine – MEINE! – Gedanken etwas bewirken in meinem Leben und dass es deswegen nicht egal ist, was ich denke. Zugegeben war das eine Offenbarung für mich! Mein Selbstwertgefühl war ja damals sehr gering. Die Vorstellung, dass ICH – schwaches, rührseliges, unbedeutendes Körnchen – hier auf Erden durch meine Gedanken Tatsachen schaffen könnte, ja vielleicht sogar etwas zum Guten verändern könnte, haute mich vor Ehrfurcht fast um, weil ich meine neue entdeckte Gedankenkraft als Privileg und damit als unfassbar großes Geschenk Gottes ansah!

 

Vor mir lag wieder einmal die Weihnachtszeit, ein trauriges Kapitel der letzten siebzehn Jahre … weil ich tief in meinem Herzen immer noch die Vorstellung bewahrte, MIT meinem Sohn und MIT einem Partner wenigstens ein einziges Mal gemeinsam einen Weihnachtsbaum zu schmücken und die Kerzen anzuzünden ... Heute ist mir längst klar, was das für ein stinknormaler Wunsch gewesen war, dessen Erfüllung so vielen Paaren überhaupt nicht bewusst ist. Kurzum wollte ich dieses Mal nicht in Wien bleiben, sondern verreisen. Thomas war alt genug, um zwei Wochen ohne mich auszukommen und außerdem gab es ja das „Hotel Oma“, sollte unser Kühlschrank zu Hause vor Leere gähnen.

 

Es sei bemerkt, dass ich zu der Zeit zwar einen Freund hatte, er es aber vorzog, mit seiner Mutter über die Feiertage weg zu fahren. Nicht einmal zum Flugplatz hatte er mich gebracht, als ich am 25. Dezember meine 2wöchige Gruppenreise nach Lanzarote antrat. Ein paar Leute kannte ich schon von den Mentaltrainig-Seminaren, Gott sei Dank, denn ich mochte einfach nicht mutterseelenallein die wilde Brandung des Atlantiks bestaunen und ich mochte auch nicht ohne Freunde in der Nähe auf dem Rücken eines Kamel unterwegs sein!

 

An den Vormittagen hatten wir, außer am Wochenende, immer Kurs und ich hörte nach langer Zeit wieder viel Interessantes über die Macht unserer Gedanken. Hellhörig wurde ich, als der Kursleiter im Zuge seiner Erklärungen am vierten oder fünften Tag unseres Aufenthalts das Analogiegesetz erwähnte. Für mein Empfinden ziemlich tollpatschig las er uns ein Stück Text aus einem mitgebrachten Buch vor. Es war ein Roman glaube ich, also kein Fach- oder Sachbuch. Anhand der paar Sätze wollte er uns offenbar das senkrechte Weltbild verständlich machen … stockte aber plötzlich mitten drinnen und richtete sein Wort an die Gruppe: „Kann das vielleicht jemand von euch besser deuten?“ Ein magischer, mystischer, ja schicksalhafter Augenblick für mich, weil ich ohne nachzudenken und ohne im Geringsten zu zögern direkt aus dem Herzen heraus antwortete: „Ich kann das.“ Das winzige, unbedeutende Sandkorn war coram publico aus sich heraus getreten, einfach so! Gerhard überreichte mir sofort das Buch mit der angestrichenen Textstelle und ich begann – auch einfach so! – in einer Art Übersetzung die analogen Botschaften vorzulesen. Dieser gelungene Einstand wurde für mich in den nachfolgenden Tagen zur Hauptaufgabe, die mir sehr viel Spaß machte! Walter, Rosemarie, Eva und wie sie alle hießen, fanden mich überall … am Strand, beim Genuss-Zigaretterl nach dem Mittagessen … in der Abenddämmerung vor meinem Bungalow … um noch mehr über diese völlig neue Sichtweise zu erfahren. Alle wollten wissen, was es wirklich bedeutet, wenn zum Beispiel die linke kleine Zehe blaurot angeschwollen war, oder welche Botschaft dahinter steckt, wenn Katze Murli plötzlich neben das Kisterl lullt, was sie zuvor noch nie getan hat. Und so weiter und so fort. Ich war in meinem Element, nur war mir das damals überhaupt noch nicht bewusst! Ich spielte einfach mit meiner neu gefundenen Begabung! Dass daraus einmal siebzehn Bücher werden sollten mit mir als Autorin? Da war absolut noch kein Fünkchen einer Idee in diese Richtung!

 

Die Krönung meiner „Übersetzungen“ – man könnte sie, mit Smilie verbrämt, sogar Hauptprüfung nennen – fand während einer Übung im Vormittagskurs statt. Wir sollten einen Aufsatz schreiben mit dem Titel: Ich bin ein Ruderboot. Die größte Schwierigkeit lag wohl darin, sich selbst in das Wesen, wie auch in das Leben eines Ruderboots hinein zu versetzen! Für mich war das leicht, wo ich mich doch seit jeher in alles Mögliche hinein versetzen kann. Egal, ob es sich um einen Menschen, um einen Hund oder um einen Baum handelt. Mit einem Ruderboot hatte ich allerdings zuvor noch nie zu tun gehabt und deswegen bereitete mir diese Übung ganz besonders viel Freude, weil ich sie als Herausforderung betrachtete. Vielleicht kannst zu erahnen, was nach ungefähr einer halben Stunde auf mich zukam? Ja, du hast es erraten. Im Nu lag ein beachtlicher Stapel Aufsätze auf meinem Pult und ich deutete anschließend für jeden einzelnen Aufsatzschreiber die Botschaften bis ins Detail. Das Kuriose daran war, dass ich die geschriebenen Sätze gar nicht laut vorlesen musste. Ich sah einfach auf den Zettel vor mir und konnte gleich und mit lauter Stimme mit der Übersetzung loslegen! Mindestens tausend Mal habe ich mich dafür schon bedankt. Prüfung bestanden!

 

Jetzt fällt mir spontan ein während ich schreibe … dass ich den Grundstein für mich als Autorin doch schon auf Lanzarote gelegt habe ... Und zwar am letzten Tag unseres Aufenthaltes. Wir saßen alle gemütlich beisammen in der Runde, ließen unseres Erlebnisse Revue passieren, gaben dem Kursleiter das eine oder andere Feedback und waren schon fast damit fertig … als Gerhard verkündete: „So, und jetzt haben alle noch einen Wunsch frei! Was soll passieren in eurem Leben? Sprecht es aus, am besten in kurzen, klaren, prägnanten Worten!“ Ich kam als vierte oder fünfte an die Reihe. Und wieder war es so, dass ich keine Minute zuvor bewusst gedacht hatte, was jetzt in kurzen, klaren, prägnanten Worten aus meinem Mund zu hören war: „Ich bin eine erfolgreiche Autorin.“

 

Was hat nun mein Aufenthalt auf Lanzarote mit Vertrauen oder einem Wunder zu tun, fragst du dich vielleicht jetzt am Ende dieses Beitrags? Als sehr großes Wunder, meine persönliche Entwicklung betreffend, schätze ich meine dortige Wortmeldung ein, als ich mit unfassbarer Selbstverständlichkeit antwortete: „Ich kann das“, wobei ich noch dazu das Wort ICH am lautesten betonte! Auch meine dort gefundene Begabung, Texte, Begebenheiten, Verhaltensweisen, Eigenschaften, Symptome – kurz Spiegelbilder (!) – deuten zu können, ist für mich ein großes Wunder! Mein Gottvertrauen, sprich Selbstvertrauen, war aufgrund dieser beiden Ereignisse enorm angewachsen. Ich wusste es … und ich spürte es … dass ich immer geliebt, immer begleitet und wenn es gar nicht mehr anders geht, dass ich vom Leben, von Gott, von höchster Weisheit und immerwährender Liebe getragen bin. Danke von ganzem Herzen!

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Vania Serra (Mittwoch, 01 Februar 2017 17:45)


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  • #2

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