Apps für ein leichteres Leben - Nr. 3 "Statt kompliziert -> EINFACH!"

 In der Seminarszene, wie auch im Freundes- und Bekanntenkreis bin ich seit vielen Jahren als offene, direkte, authentische Person bekannt. Manche bewundern diese Eigenschaft an mir, andere schrecken sich immer noch ein wenig davor. Ich habe gelernt, damit umzugehen und kann heute sehr gut zu meinen klaren Entscheidungen und zu meinen Kommentaren stehen. Die eine oder andere Ausnahme kommt schon mal vor. Damit meine ich zum Beispiel unnötiges „Um den heißen Brei herum reden“, wenn ich die Einladung eines geschätzten Freundes aus persönlichen Motiven heraus absagen möchte. Dazu gehören auch irgendwelche Ausreden und klitzekleine Notlügen, die an sich überhaupt nicht notwendig wären. Selten, aber doch tappe auch ich manchmal noch in die Falle, den umständlichen Weg zu nehmen, anstelle einfacher, klarer Worte. Das ist nicht weiter schlimm. Ich mache mir deswegen keine Vorwürfe, versuche aber, es nächstes Mal besser zu machen. Kurzum halte ich alles, das sich als umständlich oder kompliziert erweist, aus tiefster Überzeugung heraus für falsch!

 

Es heißt doch immer, das Leben sei wie ein Fluss! Und wenn in diesem Fluss ein Stück Holz dahin treibt, kann es vorkommen, dass es wo anstößt und dadurch aufgehalten wird. Trotz dieser Tatsache lässt sich jedoch der Fluss seiner Bestimmung nach nicht aufhalten. Er macht es sich nicht kompliziert, indem er nachgrübelt, wie er um das Treibholz herum fließen könnte. Der Fluss – das Leben – geschieht! Es geschieht unaufhaltsam. Ob wir`s (das Treibholz) uns kompliziert machen, oder so einfach, wie möglich … darüber mag das Leben sicher nicht mit uns debattieren!


Das Leben ist so einfach, wie du es dir machst!

 

Meine persönlichen Erfahrungen bestätigen, dass das DIREKTE und das EINFACHE sehr viel mit Authentizität, mit Wahrheit und Echtheit zu tun hat. Wogegen das Umständliche und das Komplizierte vielleicht auf Personen mit geringem Selbstwertgefühl hindeutet. Mag sein, dass ich mich irre, trotzdem ist es mir wichtig, kurz auf diese meine Beobachtungen hinzuweisen. Ich kenne Menschen, die Umständlichkeit sogar als Privileg ansehen! So quasi, je umständlicher, desto besser, desto kostbarer, desto qualitativ hochwertiger … Bitte nein! Ich bin da ganz anderer Meinung. Deswegen sind auch all meine Bücher keine dicken Wälzer in komplizierter Sprache, sondern einfach Christa.

 

Man denke bloß an die Überflutung virtueller Reize, an die immer größer werdende Überkomplizierung von Computerprogrammen, an all den technischen Schnickschnack … und an die transpersonale Kommunikation via Internet mit Freunden, denen wir im realen Leben noch nie begegnet sind. Hast du schon einmal recherchiert, welche technologischen Umwege (!) einfache Sätze heutzutage zurück legen müssen, bis sie ans Ziel gelangt sind? Selbstverständlich hat die weit verbreitete Übertechnisierung auch viel Gutes. Doch sollte sie unser Leben niemals und unter keinen Umständen komplizierter machen!

 

Wenn du dem Komplizierten – so wie ich – entkommen willst, brauchst du empfindsame Sensoren, um äußere Einflüsse, die sich für dich als schwierig, umständlich und kompliziert erweisen, schon im Vorfeld abzufangen. Ein Beispiel:

 

Möglichkeit eins:

Dein Handy läutet. Du hebst ab, obwohl der Name Petra am Display nichts „Einfaches“ avisiert, sondern einen langen Monolog. Petra hat absolut nichts Böses im Sinn! Sie ist nur eine Person, die ausschweifend bei Stunde Null zu erzählen anfängt, obwohl sie eigentlich nur eine kurze Frage wegen eines Treffens hat. Facit: Weil du den Anruf entgegen genommen hast – obwohl für dich nichts Einfaches (!) zu erwarten war – hast DU dem Leben (wieder einmal?) grünes Licht gegeben, das sich in Worten so anhört: „Ich mag es umständlich, anstrengend und kompliziert“. Punkt.

 

Mit geschärften Sensoren und deinem Entschluss für ein einfach(er)es Leben hast du weit mehr Möglichkeiten:

 

Du siehst den Namen Petra am Handy. Erinnerst dich 3, 4 Sekunden lang an dein im Herzen verankertes Wort EINFACH und hebst ab. Dieser minimale Aufwand deinerseits bewirkt, dass du dir entweder guten Gewissens erlaubst, Petra`s Redeschwall zu unterbrechen (was du zuvor noch nie erwägt hattest), oder es erscheint überhaupt das Einfachste zu sein, fürs Erste den Klingelton ganz zu ignorieren. Später, und zwar dann – wenn DU Lust auf ein Telefonat mit Petra hast – kannst du immer noch zurück rufen. Dein Herzenswort EINFACH wird dich hundertprozentig durch dieses Gespräch begleiten und dich das Richtige zu Petra sagen lassen!

 

Du hast das Recht, deinem Leben eine Schaumkrone oben drauf zu setzen. Du hast das Recht, eine andere, neue, bessere Qualität, als bisher in deinen Tagesrhythmus einzuladen. Du bist auf der Welt, um glücklich zu sein! Geleistet, gearbeitet, geschuftet, gehetzt, Kinder groß gezogen und so weiter und so fort … hast du bestimmt schon genug.

 

Du brauchst dem Komplizierten – und dazu gehört alles, das dir wertvolle Stunden kostet, die du zum Beispiel lieber mit deinen Hobbies oder Faulsein verbringen würdest – absolut nicht den Kampf ansagen. Kämpfen kostet Zeit und Kraft. Selbst dann, wenn du 30 oder 40 Jahre jung bist, sind deine Energiereserven begrenzt. Die ansteigende Zahl junger Burn Out Patienten beweist dies leider. Deswegen überprüfe bitte, wer es in deiner Verwandtschaft, in deinem Bekanntenkreis und in der Nachbarschaft deiner Meinung nach wirklich verdient, dass du deine Zeit, dein Können, deine Hilfsbereitschaft und deine Talente oft rund um die Uhr zur Verfügung stellst?! Es liegt ganz bestimmt nicht im Sinne deines einzigen Lebens, dass du drei Terminkalender und zwei Smartphones brauchst, um das alles unter einen Hut zu bringen! Du darfst es dir wirklich einfacher machen. Punkt.

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Kommentare: 3
  • #1

    Margit (Sonntag, 28 Juni 2015 13:57)

    Obwohl ich schon seit zig Jahren so "einfach" lebe, ist es wieder gut, neu daran erinnert zu werden. Statt z.b. jedes Wochenende eine schwere Tasche Bücher mit in die Gartenhütte zu schleppen, habe ich mit Hilfe der Technik eine Lösung in der Anschaffung eines Kindle gefunden.
    statt die Zeit in der Straßenbahn nutzlos abzusitzen, erledige ich meine E-mails mittels Smartphones.
    Wenige, aber sehr gute Freunde ersparen mir sinnlosen Small-talk sondern bescheren mir fruchtbare und herzliche oder auch tiefsinnige Gespräche.
    ich optimiere, wo immer ich kann und etwas geht immer.
    So bleibt mir viel mehr Zeit und Kraft für die Dinge, die mir wirklich am Herzen liegen- meine Familie und mein Hund, meine Hobbies und meine Arbeit.
    Danke Christa, für die vielen wunderbaren Impulse!

  • #2

    Roswitha Rhomberg (Sonntag, 28 Juni 2015 17:12)

    Dein so passendes buntes Bild dazu "glücksumgarnt" wieder einmal deine Worte. ... ich sehe da drinnen ganz viele oder etwa schon Alle???, die ihre in allen Farben scheinenden Hände in einem offenen Kreis gen Himmel strecken, um dann von Vater Sonne oben und von Mutter Erde unten ge/ernährt werden mit Freude und LebensLust ... dankeschön Christa

  • #3

    Christine (Sonntag, 28 Juni 2015 18:03)

    Liebe Christa,
    danke für diese Erinnerung an das Einfache! Kompliziert ist es rundherum oft genug, doch es liegt immer an mir, ob ich es annehme und dabei mitspiele. (Passiert mir leider immer noch ab und an :-(
    Alles Liebe - Christine