Die Generalerlaubnis

Jetzt habe ich kurz überlegt, in welche meiner drei Blog-Kategorien die heutige Überschrift am besten passt und habe mich fürs "Herzplatzerl" entschieden. Denn ich halte es wahrlich für einen Segen, wenn sich das eigene Herzplatzerl in einem Generalerlaubnis-Gefühl sonnen darf! Klingt fast ein bisschen komisch, trifft aber mitten ins Schwarze, wenn es um innerlich gespeicherte, längst überholte Verbote und deren Auflösung geht. Irgendwann früher hat uns jemand gesagt und auch vorgelebt, wie das Leben zu funktionieren hat. Das darfst du, das darfst du nur unter bestimmten Voraussetzungen und das - untestehe dich - darfst überhaupt NIE! Prägend sind solche Vorgaben, das wissen wir ja längst! Deswegen gibt ja heutzutage auch sehr viele, gute Möglichkeiten, Seminare, Bücher und so weiter, um sich mit diesen Themen auseinander zu setzen und den selbst auferlegten Verboten (!) auf die Schliche zu kommen. Jetzt als Erwachsene brauchen wir niemandem mehr zu gehorchen ...

... nur unserem eigenen Gewissen! Ich halte die vollkommene Akzeptanz, dass wir es als Erwachsene nur noch mit selbst auferlegten Verboten zu tun haben, für sehr, sehr wichtig! Weil die Anerkennung dessen als Voraussetzung für die Erteilung der Generalerlaubnis gilt. Tja, vom wem könnten wir sie bekommen, die herbei gesehnte Generalerlaubnis, alles zu dürfen, was das eigene Herzplatzerl erfreut? Unsinn und Blödelei mit eingeschlossen? Wer ist es, dem es am Herzen liegen könnte, dass wir ganz authentisch, ganz echt und ganz wahr durchs Leben gehen? Nicht manchmal, sondern immer und überall! Ich glaube, die Antwort liegt auf der Hand. Die Generalerlaubnis kannst du dir nur selbst erteilen.


Sehr oft habe ich in Vorträgen und Seminaren darauf hingewiesen, dass schon die ERLAUBNIS genügt! Ein wahres Beispiel dazu: Brigitte tanzt gerne, ihr Gatte ist Nichttänzer. Während vieler Ehejahre traute sich Brigitte nie, ohne ihren Mann eine Disko zu besuchen, weil -> da wirkte ein oft wiederholtes Statement ihrer Mutter immer noch als Verbot in der längst erwachsenen Brigitte: "Es gehört sich nicht für eine Ehefrau, alleine tanzen zu gehen." Brigitte erkannte, dass dies nur die Meinung ihrer Mutter gewesen war, und NICHT IHRE. Infolge dessen schenkte sich Brigitte selbst die Erlaubnis für Diskobesuche ohne Ehegatten so ein- zweimal im Monat. Das Verblüffende für sie war aber - und darum geht es mir bei diesem Artikel - dass diese selbst erteilte Erlaubnis genügte, um ihre Lust auf Diskobesuche zum Verschwinden zu bringen! Ich erinnere mich noch an ihre Worte ganz genau: "Christa es ist sagenhaft ... seit ich mir bewusst bin, dass ich alleine tanzen gehen könnte, brauche ich es überhaupt nicht mehr! Mir fehlt absolut nichts!"


Ja, so ist das mit der Erlaubnis. Ich kann das wirklich aus eigener Erfahrung bestätigen, weil Ich mir alles erlaube, das ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann, unabhängig davon, wer welche Meinung dazu äußert. Es ist mir bewusst, dass es niemanden außerhalb von mir gibt, der mir etwas erlaubt oder verbietet - dazu bin ich als erwachsener Mensch nur selbst imstande!

Nachsatz: Das Foto entstand vorgestern in einer Gondel des Wiener Riesenrades. Ich ließ mir meine Lust von den diversen Kommentaren nicht verderben: "Ja sag einmal Christa, bist eh schon als Kind mit dem Riesenrad gefahren!" oder "Also was du alles brauchst!" oder "Mir wäre echt leid ums Geld, ist doch nur was für Touristen!"

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Kommentare: 3
  • #1

    Doris Smekal (Mittwoch, 29 April 2015 18:30)

    Hallo Christa!
    Ach, schön ist so eine Riesenrad-Fahrt! Ich bin ganz deiner Meinung, sobald ich mir die Erlaubnis für meine Wünsche gebe, komme ich diesen ein Stück näher, oder sie erfüllen sich gleich! Das gibt Freiheit und Glücksgefühle!

  • #2

    Christine (Mittwoch, 29 April 2015 20:02)

    ich bin auch schon lange nicht mehr mit dem Riesenrad gefahren... Die Generalerlaubnis, sich einfach wieder als Kind zu fühlen und zu erleben ohne dabei kindisch zu sein - das ist mein nächstes Ziel. Die Schaukel ist für mich dabei so ein typisches Mittel. Wer sagt denn, dass das nur was für Kinder ist? Ich erlaube es mir - und Punkt!
    Der nächste Praterbesuch wartet schon!
    LG - Christine

  • #3

    einfachChrista (Donnerstag, 30 April 2015 12:49)

    Ich freue mich über eure Kommentare! Lassen wir das Kind in uns auch wieder mal jauchzen, und wie Christine schrieb, auf einer Schaukel im Prater!