Sprachlos ...

Aus gegebenem Anlass entsteht dieser Blog-Artikel spontan aus meinem Herzen. Erschüttert und sprachlos verfolgte auch ich die zahlreichen Medien-Berichte über den Flugzeugabsturz in den französichen Alpen. Als dann gestern die teilweise Auswertung des Flugschreibers bekannt wurde ... und somit die höchstwahrscheinliche Tatsache besteht, dass der Co-Pilot - ein junger Mann unter 30 - ... Du kennst die Berichte. Ich möchte sie hier nicht mehr wiederholen, weil es mir um etwas anderes geht, das für mich jetzt im Raum steht.



Es ist erst ein paar Minuter her, als mir plötzlich eine Übung aus meinen früheren Ausbildungs-Seminaren einfiel. Immer dann, wenn es um Vergebung und ums Verzeihen ging, versuchten wir, unsere eigenen Grenzen des Verständnisses, des Mitgefühls und der Vergebung auszuloten, ja im besten Fall diese inneren Schranken zu überwinden! Ich gebe dieses kleine Experiment heute an euch weiter, weil es in unser aller Leben doch immer wieder etwas gibt, was wir zu verzeihen haben, nicht wahr?


1. Wähle einen Menschen, den du ganz besonders wertschätzt, magst und liebst. Rufe dir dessen Vornamen ins Herzplatzerl.

2. Stelle dir jetzt eine grausame, verabscheuungswürdige Tat vor, wähle bewusst ein Szenario, das dir echt zuwider ist, das dich zum Weinen bringt oder zu einem Wutausbruch veranlasst.

3. Sieh den oder die Täter in dieser Szene, sieh diese Personen agieren, schau hin.

4. Nimm jetzt den oder die Täter aus dieser Geschichte heraus. Lasse statt dessen den von dir oben ausgesuchten, geliebten Menschen diese Tat begehen. Halten am besten deine Augen geschlossen und sieh den Film vor deinem geistigen Auge ablaufen ...

5. Ich bin ganz sicher, dass du jetzt danach eine andere Sicht bekommen hast, weil du zumindest teilweise den "Täter" spüren konntest. Du hast MIT LIEBE hingesehen. Was jedoch nicht bedeutet, dass du eine grausame Tat gut heißen sollst! Es bedeutet vielmehr:


VERURTEILE SEHR WOHL DIE TAT, ABER NICHT DEN TÄTER.




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Kommentare: 2
  • #1

    Christa Saitz (Samstag, 11 April 2015 17:40)

    Kurz nach dem tragischen Flugzeugunglück, bei dem so viele unschuldige Menschen ihr Leben verloren haben, fand das Modul 4 der Ausbildung zum Spiegelgesetz-Coach statt. Einige der Teilnehmer waren sehr betroffen von der Flugzeugkatastrophe und fragten nach dem Warum und hatten keinerlei Verständnis für den jungen Copiloten, der das Flugzeug zum Absturz gebracht hatte. Im Modul 4 wird unter anderem folgendes Zitat aus dem "Kurs in Wundern" vorgestellt und besprochen: "In jeder negativen Situation erkenne Gottes Hand darin". Wir machten dazu die Übung, die du, liebe Christa, in diesem Blog vorschlägst. Alle konnten den Unterschied, nämlich die Verlagerung vom erbarmungslosen Verurteilen des Täters hin zur Liebe und zum Mitgefühl mit dem Täter, wenn ein geliebter Menschen die Tat begangen hat fühlen. Er konnte in diesem Augenblick nicht besser handeln, er war verzweifelt und wusste keinen anderen Weg. Wir wissen nicht, wozu etwas gut ist, doch Gott weiß es. Darauf vertraue ich von ganzem Herzen.

  • #2

    einfachChrista (Montag, 13 April 2015 00:46)

    Danke liebe Christa für deinen Kommentar!