SERIE     Nr. 5 -> Die überraschende Geburt der Spiegelgesetz-Methode

Mein Beruf als Lehrerin an einer Wiener AHS kam mir natürlich auch bei meinem ersten Erwachsenen-Seminar zugute, weil ich es gewohnt war, Frontfrau zu sein, auf die aller Augen gerichtet sind. Vom Sternzeichen Krebs mit Aszendent Steinbock, beides Kardinalzeichen, war ich es seit meiner Kindheit normal für mich, eine Art Führungsposition inne zu haben. Auch diese Tatsache trug bestimmt dazu bei, dass ich die zwölf Teilnehmer am Innsbrucker-Seminar zwar mit kribbeligem Lampenfieber begrüßte … mich aber anschließend ziemlich rasch in meine leitende Position fügen konnte. Und – es fiel mir leicht. Den ganzen Samstagnachmittag fiel es mir leicht, frisch gebackene Seminarleiterin zu sein. Da war kein Zaudern, oder Drumherum reden, und ich musste auch kein einziges Mal mein Buch aufschlagen. Ich beantwortete Fragen, erzählte von einer neuen Sichtweise, und davon, dass man aus jedem negativen Spiegelbild ein persönliches Geschenk herausfinden kann, vorausgesetzt man will es oder ist zumindest bereit dazu.


Das Finden der wahren Botschaft – des individuellen, persönlichen Geschenks – aus einem negativen Spiegelbild, wurde dann später zum 2. Schritt meiner Methode. Der konkrete Schritt 1 fiel mir am Innsbrucker Seminar noch nicht bewusst auf oder besser „ein“, weil ich die Teilnehmer einfach von ihren lieblosen Spiegelbildern erzählen ließ, die allesamt auf negative Glaubenssätze zurück zu führen waren. Irgendwann am Sonntagvormittag meldete sich dann eine Frau (ihren Namen weiß ich leider nicht mehr) zu Wort: „Christa, könnten wir das bitte auch praktisch ausprobieren? Das mit den Glaubenssätzen, die man aufgeben will?“ Wumm. Die Bitte dieser Frau, nach einem Tag Theorie eine brauchbare, einfache, praktische Übung durchzuführen, traf mich wie eine Bombe aus Zuckerschaum! „Was mache ich jetzt?“ schickte ich zum Himmel hinauf, mit der inbrünstigen Bitte um einen Hinweis. Der folgte postwendend aus meinem (!) Mund: „Wir machen jetzt eine kurze Pause und treffen uns dann alle im Garten draußen.“

 

In zehn Minuten hatte ich einen Blumentopf aus Ton organisiert und ein Päckchen Streichhölzer. Bevor wir uns an den Händen haltend rundherum gruppierten, bat ich die Leute, ihre gefundenen, lieblosen Glaubenssätze auf kleine Zettel zu schreiben, die wir anschließend in den Tontopf warfen, um sie zu verbrennen. Dieses allererste, gemeinsame Ritual wurde später zu Schritt 3 der Spiegelgesetz-Methode. Persönliche Dankesworte für das Privileg, den gefundenen, negativen Glaubenssatz verabschieden zu dürfen, wurden in Folge ebenso zum fixen Bestandteil.

 

Nach der Mittagspause am Sonntag blieben noch vier Stunden Zeit bis zu meiner Abreise. Ich hatte es vorgezogen, alleine an einem Tisch zu essen, weil ich ein bisschen Rückzug brauchte nach so vielen aufregenden Stunden und außerdem spürte ich … da fehlt noch etwas. Auch ich hatte nämlich einen Zettel im Blumentopf verbrannt, so wie die anderen. „Und was nun? Meinen als falsch erkannten Glaubenssatz habe ich verabschiedet und jetzt …“. Als ich so dasaß und sinnierte, was ich den Leuten noch bieten konnte, musste ich plötzlich an einen weißen Fleck denken. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber da war vor meinem geistigen Auge ein makellos weißer Fleck, der wie ein Ei oder ein kleines Deckchen aussah. Rundherum zeigte mir dieses innere Bild ein buntes Durcheinander von Kreisen und Formen. Danke auch heute noch für dieses Bild (das ich später auch malte)! Es machte mir deutlich, dass wir diese leere Stelle jetzt in den letzten Seminarstunden füllen sollen, mit einem guten Gedanken, mit einer Affirmation, mit einer neuen Idee oder mit einem Herzenswunsch, wie auch immer! Wo früher eine negative Überzeugung festsaß, die jeder individuell für sich selbst heraus gefunden und verbrannt hatte … war logischerweise jetzt ein freier Platz! Und genau dorthin setzten wir, mich eingeschlossen, einen neuen Gedanken in der Bewusstheit darüber, dass Gedanken sehr mächtig sind, weil sie Tatsachen entstehen lassen. Der 4. Schritt meiner Methode war geboren worden. Auch heute noch empfinde ich es als unfassbar große Gnade ... und als immens großes Vertrauen unseres lieben Gottes an mich – dieses Zweitagesseminar in Igls bei Innsbruck. Danke für die liebevolle Führung! Danke für meine Spiegelgesetz-Methode!

 

Obwohl ich die nachfolgende Geschichte im Laufe sehr vieler Seminare innerhalb der nachfolgenden zwanzig Jahre bestimmt hundert gefühlte Male erzählt habe, möchte ich sie hier noch einmal wieder geben, weil sie als Beweis dient, dass meine Spiegelgesetz-Methode sofortige Wirkung zeigt.

 

Eine Teilnehmerin, nennen wir sie Helga, hatte von ihrem Spiegelbild Ehemann berichtet, der ihr die Hölle heiß machte, indem er sie tagtäglich erniedrigte und schon auch mal zuschlug. Helga hatte sowohl ihr persönliches "Geschenk", wie auch ihren negativen Glaubenssatz gefunden und diesen mit einem berührenden Dankgebet verbrannt. Das geschah, wie erwähnt, vor dem Mittagessen. Wer nach der längeren Pause nicht zum Seminar erschien, war Helga. „Sie wird schon noch kommen“, beruhigte ich meine wachsende Sorge um die Frau, weil sie nach über einer Stunde noch immer nicht da war! „Was um Himmels Willen soll ich tun? Wo bitte ist Helga?“ In Sekundenschnelle liefen solche und ähnliche Gedanken wie knirschende Zahnräder in meinem Kopf. Dann die Erlösung meiner inneren Unruhe durch den Zuruf eines Teilnehmers: „Wir könnten doch im Hotel anrufen, wo Helga übernachtet hat. Vielleicht ist sie schon abgereist?“ Gesagt, getan. Die Hotelleitung bestätigte allerdings nicht die Abreise von Helga, sondern ihren Koffer, der noch immer  (!) im Appartement stand. Von Helga keine Spur. Auch hatte sie keine Nachricht hinterlassen … „Sie wird sich doch nicht etwas angetan haben?“ Mein Zustand fühlte sich mehr als jämmerlich an, als ich zum Telefon draußen an der Theke gerufen wurde. Helga war dran: „Christa, ich brauche kein Seminar mehr. Ich habe zu Mittag einen sehr netten Mann kennengelernt, er ist Polizist, und mit ihm bin ich jetzt oben am Patscherkofel! Ich bin so glücklich!! Danke für alles.“


Die Spiegelgesetz-Methode von Christa Kössner

Schritt 1: BESCHREIBEN

Schritt 2: AKZEPTIEREN UND ENTSCHLÜSSELN

Schritt 3: DANKEN UND AUFGEBEN

Schritt 4: NEUE IDEE

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0